Vogel des Jahres 2007:
Der Turmfalke
Der Turmfalke war übrigens Vogel des Jahres 2006 in Lettland!
Der Turmfalke ist ein kleiner Falke mit rotbrauner Oberseite und langen Flügelspitzen. Sein Schwanz ist ebenfalls lang. Am Kopf findet sich ein blaugrauer Bartstreif; die Kehle meist sehr hell. 
Er ist viel häufiger als die anderen Falkenarten und präsenter. Man kann ihn an Kirchtürmen, an höheren Gebäuden, Brücken und Masten, aber auch in der freien Natur beobachten. Wenn er rüttelnd über einer Wiese steht, weiß auch der Laie: Das ist der Turmfalke, Verbreitungslücken sind in stark bewaldeten Gebieten. Er ist auf allen Kontinenten anzutreffen. In Amerika und Australien leben verwandte Arten. In Spanien, Frankreich, Italien und Russland ist der Bestand durch die intensive Betreibung der Landwirtschaft zurückgegangen
Der Kleiber
Vogel des Jahres 2006 
Der Kleiber steht stellvertretend für einen Lebensraum, für den wir in Deutschland und Mitteleuropa besondere Verantwortung tragen: die Rotbuchen- und Eichenwälder. Er ist die Stimme des Waldes und kündigt den Frühling an, selbst wenn er den Beginn oft weit vorverlegt. Er läuft kopfüber den Baumstamm herunter und zeigt uns, dass der Wald lebt, lange bevor die ersten Blätter sprießen.
Der Kleiber (Sitta europaea) ist der einzige heimische Vertreter der Familie der Kleiber (Sittidae). Sein deutscher Name beschreibt die „handwerkliche“ Fähigkeit des Vogels, den Eingang der Bruthöhle durch „Kleibern“ (Kleben) von Lehmkügelchen zu verkleinern.
Er ist mit 12 bis 15 Zentimetern von der Schnabelspitze bis zum Schwanzende etwa so groß wie eine Kohlmeise. Er hat eine kompakte Gestalt mit einem relativ großen Kopf und einem langen spitzen Schnabel. Das Rückengefieder ist graublau gefärbt, die Unterseite dagegen hell bis rostbeige. Die Männchen lassen sich an den dunkel-rostbeigen Flanken von den Weibchen unterscheiden. Der lange schwarze Augenstreif grenzt den blaugrauen Kopf vom weißlichen Hals ab. 
Nur die Männchen singen. Als Reviergesang ist vor allem die laute Pfeifstrophe „wi wi wi...“ zu hören, die der Beobachter leicht imitieren kann. Der Gesang eines Männchens besteht aus einer Reihe von wenigen Pfeiflauten, von denen jeder in der Tonhöhe gleichmäßig sinkt („Abwärtspfeifen“). Daneben gibt es noch eine Trillerstrophe. Ein gedämpftes „sit“ dient als Verbindungslaut nahrungssuchender Partner. Das Singen ist von der Witterung, aber nicht von der Temperatur abhängig. Die Gesangsfrequenz verstärkt sich (auch bei großer Kälte) von Ende Dezember bis zum Frühjahr hin. Mit Brutbeginn wird der Kleiber sehr still. Nach dem Ausfliegen der Jungvögel sind wieder verschiedene Laute zu hören.
Kleiber leben von Insekten, Spinnen und Samen. Jungvögel werden häufig mit Raupen gefüttert. Auch im Winterhalbjahr ernähren sich von versteckten Spinnen und Insekten, nehmen aber hauptsächlich Baumsamen, wie Bucheckern und Haselnüsse, zu sich, wenn diese ausreichend zur Verfügung stehen. Durch kräftiges Hämmern mit dem Schnabel werden diese geöffnet, so dass man manchmal glaubt, ein Specht sei in der Nähe.
Der Kleiber bewohnt in erster Linie höhlenreiche Altholzbestände und bevorzugt strukturreiche, lichte Laub- und Laubmischwälder mit Bäumen, deren Rinde rau ist. Oft genügt schon ein kleiner Altholzbestand, der einen ausreichenden Vorrat an geeigneten Samen für die Ernährung im Winter bietet. In Wäldern werden strukturierte, lichte Bestände mit grobborkiger Rinde bevorzugt. Aber auch Feldgehölze, die nicht zu isoliert stehen, Baumhecken, Alleen, Parkanlagen, große Gärten und Obstgärten können besiedelt werden.
Kleiber lieben hochgelegene Bruthöhlen (etwa elf Meter über dem Boden).
Ist das Flugloch zu groß, so dass der Kleiber fürchten muss Säugetiere oder größere Vögel wie beispielsweise Stare könnten eindringen, verengt er den Eingang, bis er gerade noch durchpasst. Erdklümpchen werden mit kurzem Druck an die Unterlage geklebt und mit der Schnabelspitze durch Klopfen befestigt. Der Kleiber beginnt meist schon im März – und damit früher als die meisten Meisenarten – mit dem Nestbau. Potenzielle Bruthöhlen werden bereits im Spätherbst inspiziert und im Februar gesäubert. Zumeist bauen die Weibchen das Nest. Hauptlegezeit der Eier ist in tieferen Lagen Mitteleuropas die zweite beziehungsweise dritte Aprildekade. In der Regel werden sechs bis sieben Eier gelegt. Anfang Juni fliegen die Jungvögel aus. Zweitbruten sind selten. Altvögel bleiben in der Regel ganzjährig im Revier. Jungvögel siedeln sich gewöhnlich innerhalb eines Radius von wenigen Kilometern an. Ziehende Kleiber werden nur selten beobachtet.
Der Kleiberbestand ist stabil.
Und für das Jahr 2006 gibt es noch einige "Siegervögel", denn diese "Krönung" hat sich auch auf andere Länder übertragen.
So ist zum Beispiel der
Seeadler
Vogel des Jahres 2006 in Tschechien
Der Eisvogel

ist Vogel des Jahres 2006 in der Schweiz

In Ungarn wurde der Neuntöter (Lanius collurio)

zum Vogel des Jahres 2006 gekrönt
und in Spanien war es die seltene Dupont-Lerche (Chersophilus duponti)
Noch einige Vögel des Jahres 2006 und nicht nur aus dem euroäischen Raum
Südafrika: Helm-Perlhuhn
(Numida meleagris)
Aserbaidschan: Weißkopf-Ruderente (oxyura leucocephala)

Estland Schafstelze (Motacilla flava iberiae) 
Luxemburg: Mauersegler
(apus apus)
Russland und Weißrussland: Kiebitz
(vanellus vanellus) 
Ukraine: Blaukehlchen (luscinia svecica)

Zum
Vogel des Jahres 2005 
wurde der
Uhu gekrönt
Die in Deutschland - und auch anderen europäischen Ländern - fast ausgerottete größte europäische Eule kann man dank der Anstrengungen im Rahmen eines Artenhilfsprogramms wieder sehen. Die Bestände sind zwar vielerorts stabil, ist allerdings regional rückläufig rückläufig und auch der Bruterfolg nimmt ab.

Die Ursachen dafür sind leider noch nicht bekannt. Der Uhu ist also immer noch ganz besonders schutzbedürftig, auch wenn sich seine "Lage" gebessert hat.
Zum Vogel des Jahres 2004 wurde der Zaunkönig gewählt.
Der Zaunkönig ist einer der kleinsten Vögel in Mitteleuropa - nur das Goldhähnchen ist noch kleiner. Gerade mal 10 g bringt dieser kleine Vogel auf die Waage, sein Federkleid ist eher unscheinbar, es ist rostbraun gebändert und sorgt für eine perfekte Tarnung im Unterholz. Charakteristisch ist sein steil aufgerichteter Schwanz. Männchen und Weibchen sind beim Zaunkönig gleich gefärbt. Weil er kurze Flügel hat, ist er kein besonders guter Flieger, sondern hüpft eher im Unterholz herum.

Diese Unscheinbarkeit macht er aber mit seinem laut schmetternden, unverwechselbaren Gesang wett. Das singende Männchen erreicht trotz seiner geringen Größe eine Lautstärke von bis zu 90 Dezibel und sein Gesang ist auf einer Distanz von bis zu 500 Metern zu hören.
In der Brutzeit beginnt der königliche Gesang um kurz nach vier Uhr in der Früh und endet erst am späten Abend.
Bei einer vollständigen vier bis fünf Sekunden dauernden Zaunkönig-Strophe unterscheiden Vogelkundler die Bestandteile „Einleitung – Schmettertour – Zwischentöne – Schmettertour – Zwischentöne – Roller“.
Bei verschiedenen Anlässen meldet sich der Zaunkönig auch mit einem kurzen „Tik“-Laut.
Bei Erregung erklingt ein Ruf, der phonetisch beschrieben etwa wie „zerrr“ klingt.
Der Vogel des Jahres 2003 wurde der Mauersegler, der aber schon als Vogel des Jahres 2006 von Luxemburg beschrieben wurde.
Vogel des Jahres 2002 wurde................ der
Spatz, uns allen auch als Sperling bekannt.

Viele mögen ihn nicht, weil er nicht schön singen kann, aber dieses lustige und quicklebendige Spatzenvolk zu beobachten macht immer wieder Spaß. Da hüpfen sie herum, bevölkern die Bäume und machen einen unheimlichen Krach. Was die sich nur immer zu erzählen haben????
Der Spatz hat kein eindeutiges Image: Manchmal ist er klein und unscheinbar, manche halten ihn für diebisch und frech, andere trauen ihm aber auch eine gute Portion Raffinesse zu. Ohne Zweifel handelt es sich bei diesem Vogel um ein geselliges Wesen.
Selbst Menschen, die mit Kanonen auf Spatzen schießen, werden von uns eher belächelt, weil sie mit zu großem Aufwand auf Geringfügigkeiten reagieren. War dort vielleicht ein Spatzenhirn am Werke, fragen wir uns dann. Möglicherweise hat die betreffende Person aber auch nur Spatzen im Kopf, was kaum besser als eine "Meise unter dem Pony" sein dürfte
Der Spatz ist dem Menschen in fast jeden Winkel der Erde gefolgt. Daher überrascht es kaum, dass er auch fester Bestandteil von Sprichwörtern oder Redensarten ist und es bis zur Titelfigur in Geschichten und Gedichten gebracht hat. Selbst Wolfgang Amadeus Mozart scheint der "Allerweltsvogel" beeindruckt zu haben, denn eine charakteristische Violinfigur brachte der unter KV220 verzeichneten festlichen Messe den Titel Spatzenmesse ein.
Zum
Vogel des Jahres 2001 wurde der
Haubentaucher 
gewählt
Der Haubentaucher hat ein wunderschönes Federkleid und ist mit seinem auffälligen Balzritual und seinem unverwechselbaren Ruf einer der markantesten heimischen Wasservögel.
Seine Rufe und seine Balz prägen im Frühjahr die Stimmung an den Seen. Conrad Gessner berichtet 1557 in seinem berühmten "Vogelbuch" ausführlich über den "Täuchel" oder "Fluder", wie der Haubentaucher früher genannt wurde. Von den Tauchleistungen der Lappentaucher, zu denen auch der Haubentaucher zählt, war schon der berühmte griechische Naturforscher und Philosoph Aristoteles beeindruckt: "Der Lappentaucher lebt am Meere, und wenn er sich in die Tiefe stürzt, bleibt er solange unter Wasser, wie ein Mensch braucht, um 35 Meter zurückzulegen".
Der Haubentaucher stellt nur wenige Bedingungen an sein Revier: Der See sollte groß genug sein, mindestens etwa zehn Hektar. Er benötigt Ufer mit geeigneten Nistplätzen, vor allem Schilfgürtel, und ein ausreichendes Nahrungsangebot an kleinen Fischen. Der Haubentaucher kann also viele Gewässer besiedeln: Stehende und langsam fließende, auch künstliche Gewässer wie Talsperren oder Baggerseen. Dort lässt sich der Haubentaucher gut beobachten.
Vogel des Jahres 2000 wurde der rote Milan
Schweben wie ein Spielzeugdrachen
Mit einer Flügelspannweite von bis zu 180 Zentimetern ist der Rotmilan etwas größer als ein Mäusebussard. Der fremdartig klingende Name "Milan" kommt übrigens aus dem Französischen. "Red Kite", roter Drachen, nennen ihn die Engländer. Und wie ein großer Spielzugdrachen kreist der Rotmilan auch am Himmel, scheinbar schwerelos.
In vielen Gegenden heißt der Rotmilan auch "Gabelweihe". Den Namen verdankt er seinem auffälligsten Merkmal: einem langen rostroten, tief gegabelten Schwanz.
Der Rotmilan ist ein echter Europäer, denn

außerhalb des alten Kontinents kommt er praktisch nicht vor. Deutschland trägt eine besondere Verantwortung für den Rotmilan:
Mehr als die Hälfte des weltweiten Bestandes lebt hierzulande, zwei Drittel davon konzentrieren sich in den östlichen Bundesländern. Dort droht ihm auch die größte Gefahr: Durch die Übernahme westlicher Anbaumethoden sank die Zahl der Rotmilane in Ostdeutschland im letzten Jahrzehnt drastisch um 25 Prozent.